Donnerstag, 30. August 2012

Ankunft und erste Eindrücke


Nachdem ich am Dienstag Nachmittag Ortszeit ankam, hält die erste Reizüberflutung immer noch an: zu viele ganz und gar fremde Eindrücke, Gerüche, Gesichter, Geschmacksrichtungen und Einstellungen, die auf mich einströmen. Meine bisherigen Erlebnisse sind fast durchweg positiv, ich bin vor allem begeistert von der Freundlichkeit der Einheimischen, insbesondere der 'buddies', also Studenten, die sich um die internationalen Studenten kümmern. Sie springen überall rum und helfen mit allem möglichen, und wenn es nur das Bestellen des Frühstücks ist, das unsereins schon völlig überfordert hat.
Bisher habe ich nur Tuen Mun gesehen, das ein bisschen außerhalb von Hong Kong downton liegt, und kann daher zur Stadt selbst noch nicht viel sagen. Tuen Mun ist nicht gerade eine Perle der Architektur, aber es ist recht gut an das Bus- und Zugsystem angebunden, so dass man bspw. schnell in einer riesigen Shopping Mall ist und dort alle wichtigen Erledigungen machen kann. Natürlich gibt es auch ein paar Dinge, die für mich als verwöhnte Europäerin doch etwas gewöhnungsbedürftig sind. Dazu zählen sicherlich die Tiere auf dem Campus, neben zahlreichen streunenden Katzen und Kröten auch riesige Schaben, die ich allerdings bisher nur draußen gesehen habe. Aber ich werde mich wohl daran gewöhnen müssen und hoffe derweil einfach, dass sie sich möglichst aus meinem Bett fernhalten. Ähnliches gilt auch für das Essen, das in der Regel zwar schon ganz gut schmeckt, aber doch einfach sehr fremd ist. Schon allein die Tatsache, dass zum Frühstück eine riesige Portion Spaghetti in Sahnesoße mit einem Spiegelei und einem seltsamen Formfleischstückchen darauf serviert wird, ist irgendwie befremdlich. Ich muss da noch einen Modus finden, wie ich mich hier gut ernähren kann, denn selber kochen ist tatsächlich nicht drin.
Etwas geschockt war ich von der Tatsache, dass die Chinesen vom Festland scheinbar überhaupt kein Interesse daran haben, mit Leuten aus anderen Ländern zu kommunizieren. Das musste ich feststellen, als ich in einer Gruppe aus lauter Chinesen am Tisch zum Essen saß und wir uns eigentlich während dessen kennen lernen sollten, was aufgrund der fehlenden Kooperation schlichtweg unmöglich war.
Mein Kantonesisch-Crashkurs hat sich als ziemlicher Flop erwiesen, und es ist wirklich das erste Mal, dass ich so schnell die Segel streiche, wenn es darum geht eine Sprache zu lernen. Es ist einfach unheimlich schwer, und ohne die Schriftzeichen lesen zu können beinahe unmöglich. Morgen geht die Orientation weiter, ich bin gespannt, wie sich das noch entwickelt. Die internationalen Studenten sind eigentlich alle nett, und wir kämpfen alle mit dem Klima. Wahrscheinlich hat das in dieser Form noch niemand je erlebt, aber ich gewöhne mich langsam daran. Gestern waren wir bis Mitternacht am Strand und es hatte immer ncoh 30 Grad. Also lange Hosen brauche ich bestimmt nicht. Zum Schluss noch ein paar Bilder.

Das ist der Ausblick aus meinem Zimmer - nur Flora und Fauna weit und breit.

Es gibt hier praktisch keine normal großen Häuser, nur Hochhäuser. Diese hier gehören noch zu den schöneren.

 Mein Frühstück war noch ganz ok: Spiegelei und Toast, die Würstchen hab ich großzügigerweise Jakob überlassen.


Und das war Jakobs Frühstück - ich habe es nicht probiert, aber rein optisch hat es mich nicht überzeugt. :)

In den Shoppingmalls ist alles sehr modern, inklusive dieser Hüpfburg für Kinder, die offiziell "modern shrine of happiness" heißt. Konsum erfüllt hier die Rolle einer Ersatzreligion, jedenfalls ist das mein erster Eindruck.

Der Hauptplatz der Uni, schon festlich dekoriert für die Ankunft der freshmen. Die Architektur hier ist laut Aussage der Uni "award winning", und ich werde dem näher nachgehen. Die Bauwerke des Campus heben sich deutlich von den umliegenden Hochhäusern ab, wirken aber in der Gesamtschau sehr kommunistisch. Dazu ein ander Mal mehr.

Es gibt auch besseres Essen! oben pork szechuan style, unten Gemüse mit Reis. Daran kann ich mich gewöhnen.








1 Kommentar:

  1. Juchu! Mehr Fotos liebe Lisa :) Vielleicht kannst Du den Blog auch halb öffentlich machen und dann mehr zeigen :) Ganz ganz viele liebe Grüße! PS: Liebe Grüße an J.

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