Schon das Stadion an sich ist von außen imposant und riesig, was uns bewusst wurde, als wir einmal darum herum laufen mussten, um den richtigen Eingang zu finden. Und dann der Eintritt in eine völlig fremde Parallelwelt voller Glamour, ernst dreinblickenden älteren Herren und vor allem vielen Westerners. Wie uns die Bildschirmübertragung wissen ließ, gehen bei einem Rennen ca. 2 Mio. HK$ über den Tisch, an einem Renntag finden etwa 10 Rennen statt. Es handelt sich hier also durchaus um einen ernstzunehmenden Wirtschaftszweig, der wohl für die expats aus Nordamerika und Europa besonders reizvoll ist.
Für uns spielte das Geld eine weniger wichtige Rolle als schlichtweg die Erfahrung, diesen Mikrokosmos einmal von innen betrachten zu können. Ob Psychologist, Mega Champion oder California Dude: für uns sahen die Pferde alle gleich aus, ganz egal, welch klangvoller Name ihnen gegeben wurde. Am beeindruckendsten für mich war die disziplinierte Leistung, die diese Tiere auf Kommando in so rasanter Zeit bringen können. Ihre muskulösen und athletischen Körper sind Teil einer ganz eigenen Ästhetik, die das Besondere für außenstehende Beobachter ausmacht. Es ist schon ein spezielles Gefühl, wenn 10 Pferde in atemberaubender Geschwindigkeit direkt am Publikum vorbeigaloppieren und die Erde beben lassen.
Doch nüchtern betrachtet darf verraten werden, dass ich nicht unbedingt ein ständiger Besucher dieser Rennen sein werde, denn das tatsächliche Rennen dauert ca. 1 Minute, gefolgt von 20-30 Minuten Pause bis das nächste einminütige Rennen stattfindet. Es handelt sich also, wenn man nicht gerade auf ein Pferd wettet, um eine eher langwierige und ermüdende Warterei, bei der man sich die Beine in den Bauch steht. Etwas enttäuscht war ich auch, dass niemand so elegant und glamourös gekleidet war wie in Ascot: keine Promis, keine exzentrischen Hutmoden. Trotzdem war auch dieser Abend wieder etwas Besonderes und das ist gerade das Tolle an Hong Kong: man kann jeden Tag etwas völlig Neues, Atemberaubendes erleben, an das man sich noch in 20 Jahren erinnern kann.
Ja, im gleichen Stadion findet auch das Hong Konger Oktoberfest statt.
Keine Asiaten weit und breit.
Die Pferde waren zu schnell für meine Kamera :)

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